Bedienung

Anmerkungen zur MS-Stereofonie

Das MS-Signalformat des MKH 418-S ermöglicht es auf besonders einfache Weise, die optimale Balance zwischen der Hauptinformation des M-Kanals und dem Räumlichkeitsbeitrag des S-Kanals einzustellen. Dieser Abgleich ist auch noch während einer Nachbearbeitung ohne Informationsverlust möglich, wenn die MS-Originalsignale aufgezeichnet wurden. Die Umwandlung des MS-Signalformats in das hörgerechte XY-Format erfolgt durch Addition und Subtraktion der Signale nach dem Schema: X = M + S, Y = M – S (Matrizierung). Der Anteil des S-Signals beeinflusst den Räumlichkeitseffekt und sollte jeweils passend zur Aufnahmesituation gewählt werden. Um die Gestaltungsmöglichkeit nicht einzuschränken, wurde auf eine MS-XY-Matrizierung im Mikrofon verzichtet.

Falls im Mischpult keine Matrixschaltung verfügbar ist, kann die Matrizierung nach dem 3-Regler-Verfahren erfolgen.



Das M-Signal wird über den ersten Mikrofonkanal mit dem Panoramaregler auf die Mitte der Stereobasis positioniert. Das S-Signal wird parallel auf den zweiten und dritten Kanal gelegt. Der Panoramaregler des zweiten Kanals wird ganz nach links und der des dritten Kanals ganz nach rechts gedreht. Die Phase des rechten Kanals wird außerdem invertiert. Die Regler der beiden S-Kanäle werden mechanisch oder elektrisch miteinander gekoppelt. Mit der Stellung der S-Regler im Verhältnis zum M-Regler lässt sich der Räumlichkeitseffekt kontinuierlich beeinflussen. Mit dem in der Skizze beispielhaft dargestellten Versatz der Regler um 3 dB wird eine Matrizierung im Verhältnis 1:1 erreicht.

Bei der Matrizierung sollte berücksichtigt werden, dass die Ortbarkeit nicht axial einfallender Schallsignale (Off-Bereich) bei den hohen Frequenzen wegen der zunehmenden Bündelung des Richtrohrs immer mehr abnimmt. Dadurch können sich diffuse Räumlichkeitseffekte ergeben, die abhängig von der Aufnahmesituation erwünscht oder störend sein können. Im Zweifelsfall sollte der Anteil des S-Signals nicht zu groß gewählt werden. Eventuell muss am Mischpult eine geeignete Höhenabsenkung im S-Kanal vorgenommen werden. Bei den tiefen Frequenzen unter 300 Hz ist die Ortung hörphysiologisch stark eingeschränkt. Da das S-System des Mikrofons prinzipbedingt empfindlicher als das M-System auf tieffrequente, beispielsweise durch Wind verursachte Störungen reagiert, sollten im S-Kanal gegebenenfalls die Tiefen abgesenkt werden.